Der Tag begann früh, sehr früh. Um 5 Uhr machte sich die dreiköpfige Vorhut auf den Weg nach Alvaneu, um die ersten Rangeure zu sichern. Fast hätte sich der Frühstart aber erledigt: Roger hatte seine T-Ident im Auto vergessen. Also zurück, Karte holen, Neustart.
Auch Hans und Kaspar waren schon unterwegs, jeder im eigenen Auto, da sie später rasch wieder nach Hause mussten.
Der Rest des Vereins startete um 6 Uhr in Trüllikon. Die meisten fuhren gemütlich im Bus mit Erna am Steuer, die ihre Truppe wie immer souverän und mit guter Laune chauffierte. Sabrina hingegen war mit dem Auto unterwegs, nicht aus Luxus, sondern weil die grossen Schiesstaschen schliesslich irgendwo verstaut werden mussten. In Humlikon sammelte sie Roy ein, der sich später als Telefonassistent, WhatsApp-Vorleser und Navigator entpuppte.
Alwin und Bruno liessen es gemütlicher angehen und starteten erst gegen 8 Uhr.

Während der Grossteil die Waffen kontrollieren liess, marschierte ein Viererteam ins Festzentrum, um Mutationen vorzunehmen. Der Shuttlebus wurde ignoriert, man war sportlich. Alles lief reibungslos, Mutationen erledigt, zurückmarschiert und bald waren alle wieder vereint.
Gemeinsam ging es dann weiter zum Schiessplatz Nr. 11 in Alvaneu. Der Weg war gut ausgeschildert, trotzdem schaffte es Sabrina beinahe, am Stand vorbeizufahren. Mit einer eleganten Kiesplatz-Wendung korrigierte sie die Unachtsamkeit. Die anderen hatten den kleinen Umweg natürlich bemerkt, aber mit einem Lächeln lässt sich vieles kaschieren.
Nach dem kurzen, aber steilen Anstieg zum Schützenhaus blieb genug Zeit, um durchzuatmen und sich mit der Anlagenbedienung vertraut zu machen. Auch der Schützenverein Dägerlen war bereits vor Ort, was einige Cholfirstschützen bereits wussten.
Nach einem besonders lustigen Trainingsabend vor dem ESF war nämlich die Idee entstanden, Daniela und Stephan Morf mit Snickers eine kleine, süsse Wiedergutmachung für ein Ereignis beim Sturmgewehrschiessen zu überreichen. Ganz nach dem Motto: «Iss ein Snickers, bevor du zur Diva wirst.» Roy nahm die Mission ernst und brachte die Schokoriegel gut gekühlt mit. Daniela revanchierte sich mit einem kühlenden Tuch.

Einige konnten dank der frühen Vorhut noch vor der Mittagspause schiessen. Nach der Mittagspause folgte der obligatorische Fototermin, bevor die Frühaufsteher wieder ins Festzentrum fuhren. Am Nachmittag wurde es ernst. Die Anlagenbedienung forderte besonders die ältere Generation heraus, weshalb Sabrina Scheibe 4 betreute, Roy Scheibe 9 und Florian koordinierte. Abe auch die Jüngeren drückten ab und zu falsch. Als Sabrina einmal danebenlag bekam sie den legendären Kommentar ab: «Meitschi, was häsch druckt?!»
Alle Stiche wurden geschossen. Unser Jungschütze André holte bei seinem ersten ESF gleich vier Kränze von vier gelösten Stichen. Bravo! Roy nutzte die verbleibende Zeit sogar noch, um die Liegendmeisterschaft nachzulösen. Um 18:15 Uhr waren alle Programme geschossen und wir gönnten uns im Restaurant das wohlverdiente Bier. Leider mussten wir uns auf Drängen des freundlichen Personals auf dem Schiessplatz rasch verabschieden.
Im Festzentrum Chur folgte dann die grosse Enttäuschung. Obwohl man offiziell bis 21 Uhr abrechnen konnte, wurden alle Essens- und Getränkestände bereits um 20 Uhr geschlossen. Wir waren nicht die einzigen, die hungrig und durstig dastanden. Also überlegten wir uns eine Alternative. Florian ergatterte im Restaurant Calanda in der Innenstadt zwei Tische für uns. Roy navigierte Sabrina mit Humor durch eine kreiselreiche Route, während Erna mit dem Büsli einen anderen Parkplatz ansteuerte. Im Clanda sorgte die Serviertochter für einen Lacher, als sie unserem Jungschützen eine Kinderkarte bringen wollte.
Nach einem feinen Nachtessen machten wir uns um 22:40 Uhr auf den Heimweg. Um 01:00 Uhr waren alle wieder zuhause. Müde, zufrieden und mit neuen Geschichten im Gepäck.
Vielen Dank für das Organisationsteam für Ihre Bemühungen zum wenigstens diesen Tagesausflug für den Verein auf die Beine zu stellen, der geplatzte 3 Tagesausflug ist eine anderer Geschichte.
Natürlich gehört auch noch ein Besonderer Dank an unsere beiden Fahrerinnen Erna und Sabrina.

Nachtrag:
Das ausgeliehene Auto für den Materialtransport von Gusti hat das ESF26 hat zum Glück noch überstanden, am Montag musste es abgeschleppt werden.